In Abu Dhabi wird der Umweltschutz umgesetzt

03.Januar 2009


Der Schutz der Umwelt ist derzeit eines der brisantesten Themen. Alle Industrieländer haben sich eine deutliche Verringerung von Treibhausemissionen verpflichtet. Bislang ist die Umsetzung nur vereinzelt zu erkennen, lediglich in der Autoindustrie wird verstärkt an umweltfreundlichen Lösungen gearbeitet.

In dem Arabischen Emirat Abu Dhabi dagegen wurde in diesem Jahr ein Pilotprojekt gestartet, das seinesgleichen sucht. Auf sechs Quadratkilometern soll die umweltfreundlichste Stadt der Welt entstehen: Masdar-City. Autos sind auf den Straßen der Stadt verboten, ihren Wagen müssen die Besitzer vor den Stadtmauern abstellen. Stattdessen wird ein umfangreiches Netz öffentlicher Verkehrsmittel eingerichtet. Betrieben werden diese mit dem Strom, der aus dem eigens für die Stadt errichteten Solarkraftwerk bezogen wird. Nahezu die gesamte Stromversorgung soll über dieses Kraftwerk gesichert werden. Für den Betrieb der Klimaanlagen wird die Kühle tief liegender Erdschichten genutzt. Statt 550 Megawatt, die Städte vergleichbarer Größe benötigen, wird Masdar-City nur 160 Megawatt verbrauchen. Auch hinsichtlich des Wasserkonsums sind deutliche Einsparungen geplant. Ziel ist, den Verbrauch auf die Hälfte zu reduzieren, was sich wiederum auch auf die Energie auswirkt, denn in den Arabischen Emiraten wird das Leitungswasser in aufwendigen Entsalzungsanlagen verbrauchsfertig aufbereitet.

Auch an der Müllentsorgung wird derzeit gearbeitet. Im Zuge der „grünen“ Stadt will Abu Dhabi als erstes Emirat nun recyclingfähige Verpackungen einführen.

 

Strategisch geplant wird zudem die Lage der Straßen, die tagsüber großteils schattig sein sollen. Dafür fällt die Straßenbreite deutlich geringer aus als in den Arabischen Emiraten üblich. Auch die Bebauung wird weniger großzügig ausfallen. Niedrige und dicht beieinander stehende Häuser sollen das Straßenbild prägen. Bis zu 20 Grad weniger sollen in Madar-City herrschen.

 

22 Milliarden Dollar wird der Bau Masdar-Citys in etwa kosten. Entworfen wird die zukunftsweisende Stadt von dem Briten Lord Norman Foster, der auch in Deutschland bereits einige Projekte umsetzen konnte. Oberstes Ziel neben der Reduzierung der Umweltbelastung ist die Wahrung aller Annehmlichkeiten. Masdar-City soll zeigen, dass sich Umweltbewusstsein und Komfort nicht ausschließen.

Artikel gespeichert unter: Energieversorgung

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